In freudiger Erwartung

Frühling am Windmühlenbruch

Nettetal (sp). Bald ist es wieder so weit. Dann wird man an den heimischen Seen ein besonders schönes Naturspektakel erleben können: Die dort beheimateten Haubentaucherweibchen bewachen zur Zeit ihre Gelege und warten geduldig auf das Schlüpfen des Nachwuchses. Währenddessen umkreist der Papa das Nest und versorgt auch die wachende Mama, die sich selbst nie weit entfernt, mit Nahrung. Bis zu vier putzige Jungtiere wird das weibliche Tier demnächst sicher und beschützt auf dem Rücken tragen. „Wann der Nachwuchs zur Welt kommt, hängt von dem Wasserstand und den Gegebenheiten des Ufers ab, also von den Möglichkeiten, die sich für einen Nestbau eignen“, weiß Stefani Pleines, Mitarbeiterin der Biologischen Station Krickenbeck, die regelmäßig die Anzahl der hiesigen Vogelbestände, gemeinsam mit ihren Kollegen, statistisch erfasst.

Die von den Haubentauchern gebauten Schwimmnester sind an Sträuchern oder Schilf vertäut. Der größte Teil der Gelege befindet sich dabei unter Wasser. Erst wenn sich zum Beispiel, wie hier auf dem Windmühlenbruch und im Wittsee, die Seerosen ihren Weg komplett an die Oberfläche gebahnt haben, reicht vermutlich der Wasserstand aus, so dass die Nester mit einem Durchmesser von 70 bis 80 Zentimetern optimal verankert werden können.

Vor allem im Bereich Krickenbeck und De Wittsee tummeln sich jedes Jahr zahlreiche Paare dieser wunderschönen Vogelart aus der Familie der so genannten Lappentaucher, die, je nach Gegebenheit, immer wieder bis zu einer ganzen Minute lang zwischen 5 bis 20 Meter in die Tiefe tauchen. Alle drei Jahre werden die Brutpaare konkret gezählt. „In unserer Gegend sind die Bedingungen für Haubentaucher ideal.“ Die Wasserqualität habe sich, gemessen an den Bedürfnissen der Vögel, in den letzten Jahren verbessert, was bedeute, dass das Wasser kaum getrübt sei und es genug Fische als Nahrungsquelle gebe, fasst Pleines zusammen.

Der Nachwuchs der Vögel, die etwa so groß wie Stockenten sind, ist recht putzig anzusehen. So haben die Jungtiere zwischen Augen und Schnabel rosafarbene Stellen. „Dies hat die Natur so eingerichtet, weil es bei den Eltern den Futterreflex und Beschützerinstinkt auslöst. Es funktioniert im Prinzip so, wie das Kindchenschema beim Menschen“, erläutert die Biologin.

Rund drei Wochen lang werden die Küken mit dem schwarz weiß gestreiften, flaumigen Federkleid in der Flügeltasche oder im Rückengefieder von den Müttern getragen. Dort werden sie vom Vater mit Fisch versorgt. Sogar mit den zugewanderten amerikanischen Sumpfkrebsen werden sie, nach Entfernen der Scheren durch ihre Eltern, gefüttert. „Es ist erstaunlich, wie sie dies verdauen können“, so Pleines, „da haben sie sich wohl angepasst.“ Insgesamt bleibt der Nachwuchs zehn bis elf Wochen von seinen Eltern abhängig, bis er sich selbst versorgen kann.

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Ein Haubentaucherweibchen am Lobbericher Windmühlenbruch, das gelassen sein Gelege bewacht. Foto: Susanne Peters

S. Peters

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