Demo überwiegend friedlich verlaufen

– Gemeinsam für ein buntes Land“ –

Köln/Breyell (sp). Gut gelaunt hatten sich die Breyeller Lucas und Georg in der Früh auf den Weg nach Köln gemacht. Als Vertreter des Stammes St. Lambertus Breyell nahmen sie an der BDKJ-Aktion (Bund der deutschen katholischen Jugend) „Gemeinsam für ein buntes Land – Demo gegen den AfD-Parteitag in Köln“ teil. Bereits am Kölner Hauptbahnhof trafen sie sich mit den Vertretern weiterer Jugendverbände. Zusammen gingen sie zum Alten Markt, wo um 11 Uhr einer der Sternmärsche zum Heumarkt begann.

Veranstalter der Hauptkundgebung waren Parteien, Gewerkschaften und Kirchen als Träger für das Bündnis „Köln stellt sich quer“. Am Morgen waren zunächst die Abgeordneten des AfD-Parteitags nur unter intensivem Polizeischutz in ihr Tagungshotel, in der Nähe des Heumarktes, gelangt. Hunderte Demonstranten bezogen buchstäblich Stellung, um die Rechtspopulisten mit Sprechchören und Transparenten zu empfangen. Zwei Polizisten wurden bei den Blockade-Aktionen verletzt.

„Lärm machen und Botschaften transportieren“

Lucas und Georg seien zunächst mit einem etwas mulmigen Gefühl im Magen gestartet, es habe im Vorfeld auch die ein oder andere Warnung aus dem
Bekanntenkreis gegeben. „Passt gut auf euch auf!“, habe es schließlich geheißen. „Im Vordergrund stand: Lärm machen, Botschaften transportieren, damit Aufmerksamkeit erregen und sich bei den Demos eindeutig mitteilen, um Zeichen gegen die Botschaften von Hetzern und Ausgrenzern zu setzen“, sagt Lucas. „Unser Ziel war es, durch die Demonstration Stellung zu beziehen und für die pfadfinderischen Werte, wie zum Beispiel Toleranz, Weltoffenheit, Integration und
Gleichstellung der Geschlechter, einzustehen“, fährt er fort und meint: „Es war eine gute Erfahrung morgens alleine in Nettetal zu starten, unterwegs immer mehr Menschen anzutreffen und sich mit ihnen zusammen zu schließen, um gemeinsam für ein weltoffenes Deutschland zu demonstrieren.“

Seitenhieb mit Pappnas‘

Auch die beiden Pfadfinder erreichten schließlich den Alten Markt und bewegten sich von dort aus in langen Schlangen zum Heumarkt. „Es dauerte eine Weile, da viele Menschenmassen unterwegs waren und die Polizei den Zulauf regeln musste. Am Weg standen auch LKWs mit Musikanlagen, es wurde Karnevalsmusik gespielt.“ Mit der Pappnas‘, so scheint es, versetzte auch das seines Zeichens närrische Köln den rassistischen Auswüchsen generell einen offensichtlichen Seitenhieb. Es gab regelmäßig musikalische Unterbrechungen, und die Leute sprachen sich über Mikrofon gegen Rechtspopulismus aus.

„Solidarität statt Hetze“

Es fiel auf, dass die Anwohner des Heumarktes überwiegend eher als stille Betrachter an den Fenstern standen – sie haben sich also nicht direkt beteiligt“, wunderten sich die beiden Breyeller. Dafür habe es aber insgesamt viele beeindruckende Banner gegen rechtspopulistische Parolen gegeben, wie zum Beispiel „Solidarität statt Hetze“ und „Naziterror stoppen – Rechter Hetze gegenüber treten“.

Die Demonstration verlief überwiegend sehr friedlich“, resümiert auch. Ebenso sei die Vielfalt der Demonstranten sehr positiv aufgefallen. „Menschen aller Altersstufen und verschiedener Nationalitäten haben sich gemeinsam für eine offene Gesellschaft und gegen jegliche Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit eingesetzt. Das war schon sehr beeindruckend!“

Text: Susanne Peters, Fotos: DPSG Stamm St. Lambertus Breyell

 

S. Peters

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