Geo-hydrologischer Wassergarten eröffnet neu

– Niederrheinische Natur erleben und verstehen –

Nettetal (red). Pünktlich zum Sommeranfang, Mittwoch 21. Juni, öffnet der Geo-hydrologische Wassergarten im Kaldenkirchener Grenzwald wieder seine Pforten. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten ist das Gelände gegenüber der Sequoia-Farm täglich, von 9 bis 19 Uhr, für Spaziergänger zugänglich. Im Wassergarten erfahren Besucher auf einer Fläche von einem Hektar die landschaftliche Entstehung des linken Niederrheins mit seinen besonderen Lebensräumen.

Rund 50.000 Euro haben die Stadtwerke Nettetal in die umfangreiche Sanierung des beliebten Ausflugsziels gesteckt. Neben üblichen Pflegearbeiten wie Rückschnitt der Bäume und Sträucher mussten zahlreiche Schäden beseitigt werden. „Etliche Male wurden die schweren Findlinge ins Bachbett gerollt oder Steine in den Teich geworfen. Dadurch wurden der Bachlauf und die Teichfolien zerstört sowie die Pumpe beschädigt. Zudem ignorieren Hundehalter immer wieder die Anleinpflicht und lassen ihre Hunde frei laufen und im Teich schwimmen. Uferpflanzen werden dabei ramponiert, das Gebiet verkotet“, erklärt Norbert Dieling, Geschäftsführer der Stadtwerke Nettetal. Auch ungeliebte Gäste, die sich außerhalb der Öffnungszeiten Zutritt zum Gelände verschaffen, hinterlassen zahlreiche Schäden. Durch regelmäßige Kontrollen und Maßnahmen wie die Umzäunung des Teichs oder Betonierung der Findlinge hofft man jetzt, die Kosten für ungeplante Sanierungsarbeiten einzudämmen. „Wir vertrauen auf die Vernunft der Besucher, denn solche Sanierungsarbeiten können nicht die Regel sein“, so Dieling. „Wir freuen uns jedes Jahr über die zahlreichen Besucher, die den geo-hydrologischen Wassergarten von Frühlingsanfang bis Ende Oktober durchqueren. Neben Schulklassen und Kindergärten reisen auch Gruppen von auswärts an, um sich über die landschaftliche Entstehung des linken Niederrheins mit seinen typischen Lebensräumen zu informieren.“ Frank Hendrix, für die Stadtwerke-Liegenschaften zuständig, ergänzt: „Der Teich bietet für viele Amphibien wie Molche einen Lebensraum.“

Nicht nur die schöne Natur, sondern auch ein lehrreicher Pfad laden zum Verweilen ein: Naturfreunde erhalten erste Einblicke in die Artenvielfalt der Region. Auf einem Rundweg können sich Spaziergänger über die unterschiedlichen Funktionen der Gewässer mit ihren Pflanzen- und Tiergesellschaften, die Versickerungsgrade der Bodenschichten und die Wassernutzung informieren. Ein natürlich gestalteter Bachlauf zeigt den Fluss von der Quelle bis zur Mündung. Mehrere Themenbereiche veranschaulichen die verschiedenen Formen der Regenrückhaltung und naturnahe Abwasserreinigung durch Pflanzenklärung. So kann beispielsweise im ‚Garten der Versickerung‘ der Besucher beobachten, welche Mengen Regenwasser auf unterschiedlichen Materialien versickern. Im Braunkohlewald können Besucher zahlreiche Pflanzenarten entdecken, die vor mehr als zwei Millionen Jahren in den Wäldern des linken Niederrheins heimisch waren. Einen getreuen Einblick in die heutige Vegetation der Feuchtbereiche am linken Niederrhein vermitteln der Erlenbruchwald sowie eine Teichanlage mit Röhrichtzonen. Ein überdachter Infostand und Schautafeln dienen dazu, den Besucher über die Entstehung des Landschaftsraumes linker Niederrhein mit seinen Sand-, Kies- und Tonschichten zu informieren.

Entstehung des Wassergartens

Erstmals öffnete der geo-hydrologische Wassergarten im Juli 2001 seine Pforten. Damals haben sich sieben deutsche und niederländische Gemeinden zusammengeschlossen, um gemeinsam durch verschiedene Maßnahmen die touristische Anziehungskraft der Region zu stärken. Der Wassergarten der Stadtwerke Nettetal ist Bestandteil dieses Projekts mit dem Namen ‚Towana‘ – Ton, Wasser, Natur. Norbert Dieling ist überzeugt: „Der Wassergarten ist eine Bereicherung, mit dem wir Nettetaler für die Artenvielfalt vor der eigenen Haustür begeistern und auswärtigen Besuchern unsere schöne Landschaft näher bringen wollen. Das Thema ‚Wasser‘ und damit verbunden der Schutz unserer Umwelt spielen dabei eine wesentliche Rolle.“ Die Wege sind barrierefrei angelegt. Der Eintritt ist kostenlos.

Adresse:

Geohydrologischer Wassergarten der Stadtwerke Nettetal

Buschstraße 98

41334 Kaldenkirchen

Fotos: Stadtwerke

 

S. Peters

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