Ganz Breyell – ein Schaumbad

– Ehrung für 50 Jahre Dienst hinter der Theke –

Breyell (sp). „Ich hatte bereits den Lehrvertrag als Metzger in der Tasche und sogar schon eine Wohnung in Leverkusen gemietet. Da bekam mein Vater einen Herzinfarkt, und so kam alles anders“, berichtet Breyeller Wilfried Kreuels, der seit nunmehr 50 Jahren hinter der Theke der gleichnamigen Gaststätte bedient. Als der Vater des heute 63-Jährigen damals ausfiel, war Not am Mann, und so wuchs Wilfried selbst unvermutet mit Leidenschaft in das Gewerbe hinein. „Meine Mutter hätte das damals niemals alleine geschafft“, erinnert er sich.

Im Jahr 2009 übernahm Wilfrieds Sohn Alexander die Gastronomie, die heute, genau genommen, „Bierkultur Kreuels“ heißt. „Heute helfe ich noch aus, wenn mein Sohn mich braucht“, erzählt er augenzwinkernd. Für sein besonderes Jubiläum wurde er nun vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) geehrt.

Ein Blick zurück in der Zeit: Im Jahr 1963 waren Willi und Wilma Kreuels, mit ihren Söhnen Wilfried und Ludwig, Lobberich nach Breyell gezogen. Zuvor hatten sie die Gaststätte „Zur ewigen Lampe“, auf der Lobbericher Hochstraße, betrieben. „Die werden hier nicht alt”, so wurde ihnen seitens der Breyeller prophezeit, als sie das einstige „Hotel zur Post“ übernahmen. Als Eröffnungstag hatte das Ehepaar Kreuels bewusst den Geburtstag ihres Sohnes Ludwig gewählt. „Damit man das Datum immer im Kopf behält“, berichtet der Gastronom schmunzelnd. Denn so ganz grün waren sich die Lobbericher und die Breyeller ja landläufig nicht. „Von wegen, hier werden wir nicht alt! Und wie wir es geschafft haben!“, sagt Kreuels strahlend. „Kreuels ohne Wilfried ist wie Pils ohne Schaum, hat kürzlich jemand auf einer Nettetaler Seite bei facebook gepostet.Was für ein nettes Kompliment!“

Die Kneipenwand mit Blickrichtung zum Eingang des Saals ziert ein malerisches Profil seines verstorbenen Vaters. „Nein, nein, das bin nicht ich!“, dementiert er, „Das denken viele. Gemalt hat es ein Karikaturist. Es ist bis heute unser persönliches Logo geblieben.“ Im Laufe der Jahre wurde natürlich Einiges erneuert, wie zum Beispiel die Kegelbahn. „‚Die erste hatte mein Vater meiner Mutter zur Silberhochzeit geschenkt.“

„Das Nichtrauchergesetz hat uns schon ein paar Kunden vertrieben“, sinniert der Jubilar, der im Jahr 2010 als Schützenkönig regiert hatte, „manche Skatclubs treffen sich nun privat, um freitagabends zu spielen.“ Trotzdem gibt es natürlich eine Reihe Stammkunden, und auch der Saal so wie die Kegelbahn werden rege genutzt.“ Wir sind hier eine Karnevalshochburg“, scherzt Kreuels, „wir hatten in der vergangenen Session elf Sitzungen.“

Anekdoten gibt es natürlich auch viele, wie zum Beispiel die über den Gast, der im Herzen Breyells, nackt in einen Springbrunnen sprang und dort ein Schaumbad nahm. Der Name des beherzten Badegastes wollte Kreuels selbstverständlich nicht mehr so recht eingefallen, aber die Begebenheit habe für viel Unterhaltung gesorgt. „Damals haben wir gesagt: Ganz Breyell ist ein Schaumbad. Und auch die Polizei war zur Stelle. Jedoch haben auch die Polizisten gelacht und fest gestellt: Was sollen wir denn da machen?“

S. Peters

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