Der liegende Elefant auf dem Sofa

– „Schwer im Stress“ – Profitlich in der Werner-Jaeger-Halle –

Lobberich (sp). „Seit ein paar Wochen habe ich ein neues Programm. Bei den Witzen, die neu sind, muss ich selber noch manchmal lachen“, stellte sich Komiker Markus Maria Profitlich am vergangenen Freitag spaßig in der Werner-Jaeger-Halle vor. Die Veranstaltung war nicht ausverkauft, was daran gelegen haben mag, dass am Abend beinahe zeitgleich die EM startete. Nichtsdestotrotz kochte die Stimmung im Saal fröhlich über, als der stattliche Profitlich, auch Schauspieler und Synchronsprecher, quirlig und kalauernd über die Bühne wirbelte.

Mit seinem neuen Programm „Schwer im Stress“ präsentierte der Künstler Situationskomik aus dem Alltag und fand direkt einen persönlichen Einstieg: „Da fuhr ich vor meinem Auftritt noch eben zu Esch und wollte ein wenig Leergut los werden. Da stand vor mir ein Mann, der Bierdosen in gelben Säcken entsorgte.“ Woher die ganzen Bierdosen stammten, habe er während des Nerven zehrenden Wartens gefragt. „Die sind von unserer letzten Sitzung im Rathaus“, habe die Antwort gelautet. „Dann erkannte ich ihn. Es war der Bürgermeister – Christian Wagner“, rief er mit gespieltem Staunen. „Herr Wagner! Sind sie hier im Publikum?“, wollte Profitlich wissen und bedauerte: „Nicht? Schade!“

Ebenso schwelgte der Komiker zum Thema Stress in Erinnerungen: „Früher hatte man ein überschaubares Fernsehprogramm. Drei Knöpfe. Und was hatte man zum Umschalten? Die Kinder waren die Fernbedienung!“ Heute habe eine Fernbedienung 90 Knöpfe. „Ich glaube, damit kann man sogar einen Airbus A280 fliegen lassen“, sinnierte er.

Auch Körperpflege könne in Stress ausarten. „Heute trimmen die jungen Leute ihren Bart, früher hat man den Bart nur wachsen lassen – wie meine Grundschullehrerin.“ Überhaupt solle auch eine Frau sich keinen Stress machen. „Eine Frau sollte aussehen wie eine Frau, nicht wie ein tapezierter Knochen oder wie eine leere Packung mit Strichcode.“ Heute müsse außerdem alles perfekt sein, die körperliche Fitness zum Beispiel. „Früher sprach man von Sport. Heute heißt das Selbstoptimierung.“

Neben all dem Spaß ließ Profitlich auch ernste Untertöne einfließen. So fielen ihm direkt die Kinder ein, die im Supermarkt gerne lautstark Wünsche äußern. „Heute gibt man Ritalin. Damit nimmt man den Kindern die Möglichkeit, sich auszudrücken.“ Zugleich unterstrich er seine Botschaft ironisch mit einer perfekt gespielten Zeitlupe.

„Stress ist auch, unter Restless Legs zu leiden, morgens aufzuwachen und festzustellen, dass die Beine schon auf der Arbeit sind.“ Am Frühstückstisch dann dominiere bereits das Handy das Leben der Familienmitglieder. „Heute muss man das Handy mit der bekannten Hülle vor das Gesicht halten, um sich gegenseitig zu erkennen. Meinen Töchtern gebe ich heutzutage mit auf den Weg: Passt auf! Das Unscharfe drum herum, das ist das wahre Leben.“

Auch der Alleskönner Thermomix solle Stress reduzieren. „Der soll jetzt allerdings umbenannt werden. Er hört sich an wie der schwule Kumpel von Asterix“, scherzte der Komiker. Das Publikum brüllte vor Lachen. Nach der folgenden Stille ertönte ein einzelner lautstarker Lacher. „Aha. Der Groschen ist doch noch gefallen!“, freute sich Profitlich grinsend, der auch immer wieder spontan mit den Zuschauern interagierte.

„Ja, ja der Thermomix. Kochen kann übrigens durchaus auch beim Beginn einer neuen Partnerschaft wichtig sein“, philosophierte der Komiker, „ sie stellt sich vor: Ich kann super gut kochen und meckern.“ Die Antwort des Mannes laute: „Ich kann sehr gut essen und alles schuld sein.“ 

Abschließend erklärte der Vater zweier Töchter grinsend: „Ich habe jedenfalls mein persönliches Stressmittel gefunden: Meine Liegefigur beim Yoga – der liegende Elefant auf dem Sofa.“

Lobbericherin Cordy Schischke meinte: „Ein wirklich witziger und gelungener Abend! Ich fand es auch klasse, dass Herr Profitlich sich am Ende noch entspannt Zeit für seine Fans genommen hat.“ 

Foto: Susanne Peters

Profitlich (2)

Markus Maria Profitlich entführte auf eine komische Reise durch den stressigen Alltag und unterhielt durch Esprit geladenen Wortwitz.

Foto: Susanne Peters

S. Peters

Ich stehe für zeitnahe Berichterstattung - regional stark, kompetent, informativ, mit Herz.

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