Erinnerungen: Fotos für die Ewigkeit

– Die Heimat im liebevollen Fokus –

Niederkrüchten (sp). „Mir liegt es sehr am Herzen, das, was in unserem Ort geschieht, zu dokumentieren“, erzählt Fotograf Bernd Nienhaus, „dabei kann es sich um ein sehr gutes Foto handeln oder eine besondere Botschaft, die durch das Bild transportiert wird.“ Auf diese Art könne er für die Ewigkeit fest halten, was in seinem Heimatort Niederkrüchten alles passiere. Auch die niederrheinische Natur, mit ihren malerischen Landschaften, in seinem direkten Umfeld, beeindrucke ihn immer wieder aufs Neue und rege zum begeisterten Fotografieren an.

Bereits als Zehnjähriger war er mit seinem ersten Fotoapparat im Einsatz, den er von seinem Onkel geschenkt bekommen hatte – einer viereckigen Box, mit Objektiv und Rollfilm. “Man musste einfach runter drücken, zwölf Aufnahmen waren damals möglich“, erinnert er sich und fügt hinzu: „Mein Onkel hat mich damals so ein bisschen an die Hand genommen, um mich einzuführen.“ Nienhaus beginnt zu schmunzeln. „Schon als Kind habe ich mich sehr für Menschen interessiert und genau beobachtet. Als 14-Jähriger habe ich heimlich Tonbandaufnahmen von meinem Umfeld gemacht. Davon zehre ich noch heute.“ So bildete die umfangreiche Audiodokumentation die Grundlage für ein Buch auf Plattdeutsch, das er heraus gegeben hat – selbstverständlich mit passenden Fotos, die den nostalgischen Zeitgeist widerspiegeln.

„Anfang der 70er Jahre kaufte ich meine erste Spiegelreflexkamera. Schon damals machte ich recht schöne Tieraufnahmen. Natürlich alles auf Dias. Das alles zu digitalisieren, würde den Rahmen sprengen. Das ist einfach nicht zu schaffen“, bemerkt er ein wenig wehmütig.

Schon immer faszinierte ihn also das Fotografieren und ist bis heute ungebrochene Leidenschaft. Früher, als Mitarbeiter der Sparkasse, dokumentierte er zum Beispiel auch auf Betriebsfesten und im Karneval das Geschehen. „Nun, als Pensionär, habe ich viel Zeit. Ich pflege nun auch mehr meine eigenen Interessen. So beschäftige mich unter anderem sehr gerne mit Ahnenforschung.“ Regelmäßig wird der Niederkrüchtener als Fotograf mit der besonderen heimatverbundenen Sichtweise gebucht: Die Vereine wurden auf ihn aufmerksam: so fotografiert er unter anderem die Feierlichkeiten der Schützen. Man bietet ihm sogar die Termine nach seinen persönlichen Wünschen an. In Zukunft wird er jedoch aus gesundheitlichen Gründen etwas kürzer treten, aber natürlich weiterhin aktiv bleiben.

Seine Fotos und auch Reportagen veröffentlicht Nienhaus unter anderem auf seiner Website www.nienhaus-bernd.de. Dort informiert er kunterbunt und breit gefächert über Aktuelles rund um Niederkrüchten. „Ich bin ein Netzwerker“, beschreibt er seine besonderen Fähigkeiten lächelnd und meint damit: „Darauf kann man bauen. Die Pflege von Kontakten lag mir immer schon sehr am Herzen, und Zuverlässigkeit ist das A und O. Wenn ich das nicht mehr hundertprozentig gewährleisten kann, ziehe ich mich zurück.“

Gemeinsam mit seiner Frau ist Nienhaus viel gereist, auch, um seiner Foto- und Dokumentationsleidenschaft zu frönen. „Wir waren unter anderem in Schottland, Frankreich und Italien. Ich habe wunderschöne Aufnahmen von der französischen Carcassonne, der Provence und der Loire. Wir haben dort sämtliche Schlösser besucht, und ich habe alles fotografiert.“

Ebenso reizen ihn die außergewöhnlich stimmungsvollen schottischen Landschaften. Er lacht und gibt eine amüsante Anekdote zum Besten: Während eines Aufenthaltes auf dem Rückweg von Schottland war er in Sheering eingekehrt, „dort, wo Rod Stewart wohnt“, fügt er schmunzelnd hinzu. „In dem Pub saßen drei Herren an der Theke, mit einem kam ich intensiv ins Gespräch. Er stellte sich als Chief Superintendend von Scottland Yard vor.“ Da habe sich der deutsche Reisende doch sehr gewundert: „Dieser Brite war geschätzt 56 oder 57 Jahre alt. So ein verhältnismäßig junger Mann mit einem solch hohen Dienstgrad? Das konnte ich mir kaum vorstellen.“ Der Wirt hinter dem Tresen jedoch habe dies bestätigt: „It’s true!“ Im Folgenden habe es ein sehr angeregtes, abendfüllendes Gespräch gegeben, bei dem die Zeit mit einem Heidenspaß nur so davon gerast sei und das bis heute nachwirke. „So berichtete der Chief unter anderem, dass er sehr frühzeitig in Pension gegangen sei, weil er keine Leichen mehr habe sehen können.“ Irgendwann, zu fortgeschrittener Stunde, habe sich dann schließlich seine Frau per Handy gemeldet und gebeten, er möchte doch bitte langsam mal nach Hause kommen, erzählt der Fotograf lachend. Und am folgenden frühen Morgen, kurz bevor das Ehepaar Nienhaus abreiste, sei der Brite noch schnell herbei geeilt, um sich für das nette Gespräch zu bedanken und zu verabschieden. „Wir haben noch heute Email-Kontakt und es besteht ein reger Austausch“, freut sich der sehr naturverbundene Niederkrüchtener, der auch als Wege-Scout und Wanderwege-Entwickler für den Naturpark Maas Schwalm-Nette unterwegs ist sowie Reise- und Rad-Tour-Führungen organisiert.

Das Wichtigste für den heimatverbundenen Niederkrüchtener mit Herz sei Empathie, im Umgang mit Menschen, „genaues Zuhören und sich in das Gesagte Hineinfühlen, um es richtig zu verstehen. So lässt sich Menschliches und Zeitgemäßes besonders authentisch transportieren.“

Weitere Informationen und Interessantes rund um Niederkrüchten: www.nienhaus-bernd.de.

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Bernd Nienhaus auf Reisen – die Kamera ist sein treuer Begleiter. Foto: privatnienhaus-bernd-2016-10c

Wanderwege-Entwickler und Reiseführer: Bernd Nienhaus. Foto: privat

S. Peters

Ich stehe für zeitnahe Berichterstattung - regional stark, kompetent, informativ, mit Herz.

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