Längste Mondfinsternis des Jahrhunderts

– Blutmond und roter Planet, der Erde so nah –

Kreis Viersen (sp). Am 27. Juli durften wir ein außergewöhnliches Spektakel erleben: Der Mond tauchte in den Erdschatten ein, so dass er als so genannter Blutmond zu sehen war. Aber nicht nur das: Der aufmerksame Beobachter und Hobby-Astronom, mit Teleskop oder Kamera bewaffnet, erlebte eine Art magischen Sommernachtstraum. Denn zwei faszinierende Komponenten sorgten zugleich als Ausnahmeerlebnis für eine beeindruckende Konstellation am Nachthimmel. Es war die längste totale Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts. Außerdem war der Mars der Erde so nah wie selten zuvor.

Blutmond: Was ist das eigentlich?

Nur bei Vollmond kann es eine totale Mondfinsternis geben. Der Mond befindet sich dabei, von der Sonne aus gesehen, genau hinter der Erde und wird von ihrem Schatten absorbiert. Er verdunkelt sich jedoch nicht komplett. Denn langwelliges Licht, das von der Erdatmosphäre gebrochen und in den Schattenbereich gelenkt wird, färbt den Mond während der Verfinsterung rosa bis rötlich-braun.

Mondfinsternis, die längste dieses Jahrhunderts

Das beeindruckende Spektakel ließ auf sich warten. Zum einen dauerte es eine halbe Stunde, bis der Mond komplett in den Kernschatten eingetaucht war. Obendrein war der Himmel plötzlich in südöstlicher Richtung sehr diesig geworden. Wir befürchteten zunächst, dass wir gar nichts zu sehen bekamen! Schließlich klarte es jedoch auf, und wir konnten das besondere Naturereignis bis kurz nach Mitternacht bewundern.

Nach dem Aufgang des Vollmonds über dem südöstlichen Horizont um 21.01 Uhr dauert es eine knappe halbe Stunde, bis der Trabant komplett in den Kernschatten der Erde eingetaucht war. Der Himmel war noch aufgehellt, da die Dämmerung gerade erst begonnen hatte. Um 21.30 Uhr lag der Mond dann vollständig im Kernschatten. Die Mitte der Finsternis wurde um 22.22 Uhr und das Ende der Totalität um 23.13 Uhr erreicht. Von da ab trat der Mond allmählich wieder aus dem Kernschatten der Erde heraus und wurde sukzessive heller. Um 1.30 Uhr erreichte die Finsternis schließlich ihr Ende – der Mond hatte den Halbschatten komplett verlassen.

Auch der Mars, der so genannte Rote Planet, war, für das bloße Auge als leuchtender rötlicher Punkt, unter dem Blutmond deutlich wahrnehmbar. Die Bildergebnisse hätten insgesamt besser sein können, dachte ich enttäuscht, aber immerhin gelang mir eine Aufnahme, bei der erkennbar ist, wie der Mond bereits wieder aus dem Kernschatten heraustrat.

Wissen kompakt

Zur außergewöhnlichen Gesamtlänge der totalen Mondfinsternis, von 104 Minuten am 27. Juli, trug die aktuelle Position des Erdtrabanten auf seiner elliptischen Bahn bei. Denn die Verdunkelung geschah zu einem Zeitpunkt, in dem sich der Mond im von der Erde am weitesten entfernten Abschnitt seiner Umlaufbahn befand. Gut 406.000 Kilometer war er an jenem Tag von unserem blauen Planeten entfernt. Ein Vergleich: Die durchschnittliche Entfernung zwischen beiden Himmelskörpern beträgt „lediglich“ rund 385.000 Kilometer. In größerer Ferne, bewegt sich der Mond jedoch etwas gemächlicher auf seiner Bahn als in Erdnähe, was sich auch auf die Länge der Verfinsterung auswirkt.

S. Peters

Ich stehe für zeitnahe Berichterstattung - regional stark, kompetent, informativ, mit Herz.

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