Brauchtum baut Brücken

– Karneval im Wandel der Zeit –

Lobberich (sp). „Es lässt sich nicht verleugnen – auch am Brauchtum Karneval geht die Zeit nicht spurlos vorüber“, sagt Michael Zillekens, Sitzungspräsident des Lobbericher Karnevals Komitee, „früher war es Kult, im Karneval von Kneipe zu Kneipe zu ziehen. Was haben wir Nettetaler, auch wir hier in Lobberich, bei Boos, im Hotel Dammer, bei Ludwigs am See und im Heidekrug zu Altweiber und am Karnevalswochenende gefeiert, um nur ein paar der Kultkneipen zu nennen!“  

Diese Zeiten sind längst vorbei; das altbekannte Ziehen von Wirtshaus zu Wirtshaus im Karneval ist längst Geschichte. Es gibt generell nur noch sehr wenige Kneipen, und seit Inkrafttreten des Raucherschutzgesetzes hat sich vieles verändert. Das wirkt sich auch auf das heimatliche Brauchtum aus, insbesondere auf den Karneval. „Wir brauchen den Karneval, und wir brauchen das gemeinsame Feiern! Es stärkt den Zusammenhalt in unseren Ortschaften, und es schafft Brücken zwischen den Menschen. Deshalb macht uns das Planen zwischen den Sessionen sehr viel Spaß und spornt uns außerordentlich an. Wir tun etwas für die Menschen, und die Menschen geben uns etwas zurück. Was gibt es denn Schöneres, als in der Gemeinschaft zu lachen? Ich finde, das schweißt ungeheuer zusammen und ist heute wichtiger denn je.“

Hier seien aber auch die Bürger gefragt: „Für unsere Bühnendarsteller ist ein voller Saal mit einem ausgelassen feiernden Publikum schöner, als das Programm einem nur halb vollen Saal zu präsentieren. Wir appellieren hier an die Nettetaler uns zu helfen, das Brauchtum zu unterstützen. Wir sind darauf angewiesen, dass die Sitzungen gut angenommen werden und lassen uns immer wieder ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm einfallen, das Jung und Alt in Feierlaune und -stimmung versetzt“, appelliert Zillekens leidenschaftlich. „Außerdem wurden die Sicherheitsbedingungen und Auflagen verschärft wie nie zuvor, sowohl in den Sälen, als auch beim Tulpensonntagszug. Das alles verschlingt viel Geld und wird nicht zuletzt durch die Veranstaltungen finanziert.“

Aber es gibt durchaus Grund optimistisch zu bleiben: „Wir haben eine Menge neuer Ideen, die uns vorwärts bringen werden“, versichert Zillekens. So sei es in den vergangenen Jahren immer schwieriger geworden neue Prinzenpaare zu finden. Wenn sich keine Paare finden und dann eines schon zum zweiten oder dritten Mal residiert, wie in Breyell, dann sei das keine langfristige Lösung und sorge am Ende nur noch für Kopfschütteln. „Deshalb werden wir nun einfach etwas Unkonventionelles wagen, um kreativ für frischen Wind zu sorgen“, verspricht der Sitzungpräsident. „Es spricht nichts dagegen, Prinzessin oder Prinz allein regieren zu lassen. Deshalb freuen wir uns bereits auf die Session 2019/2020, dabei setzen wir auf „weibliche Impulse“.“ Denn mit Silvia Schmidt werde erstmals eine Nettetaler Stadt-Prinzessin inthronisieren, die Proklamation dazu wird am 16. November statt finden.

Schmidt freut sich bereits und erklärt strahlend: „Mir wurde das Gen für die fünfte Jahreszeit quasi in die Wiege gelegt – meine Eltern Gerta und Horst Peschkes waren 1980/1981 ebenfalls ein Prinzenpaar.“ Mit gerade mal fünf Jahren zog die Lobbericherin zum ersten Mal im Tulpensonntagszug mit. Sie war Page in der Gefolgschaft ihrer Eltern und ebenso beim Prinzenpaar Manfred und Ulrike 1983/1984. Schmidt ist Präsidentin des Damen-Elferrates. Darüber hinaus trägt sie als Sitzungspräsidentin bei der Damensitzung jedes Jahr zum eigenen Programm bei. „Das Karnevalskomitee Lobberich ist modern und innovativ. Auch wenn es eine Premiere im Nettetaler Karneval sein wird – wer wie Silvia den Karneval so liebt und lebt, dem werden die Herzen auf jeden Fall entgegen schlagen“, ist der Lobbericher Sitzungspräsident sicher.

Text: Medienagentur Niederrhein, Susanne Peters

Susanne Jansen

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