Nahrung für die Seele

– Lesereisen ins Reich der Fantasie –

Lobberich (sp). Walburga Rembold leitet die Bücherei St. Sebastian, und zwar mit richtig viel Herzblut. “Im Alter von zwölf Jahren habe ich in der Bücherei angefangen und saß total stolz am Empfang. Damals hatten wir natürlich noch ein ganz anderes System – die Bücher enthielten noch Lesekarten für handschriftliche Eintragungen.” Im Jahr 2002/2003 hat die Sozialpädagogin eine Ausbildung zur Kirchlichen Bücherei-Assistentin vom Boromäusverein absolviert. “Bücher nach Vorschrift zu sortieren, ist schon eine kleine Herausforderung”, stellt sie lachend fest und weiß: “Bibliothekare spalten Haare, kreuz und quer, bei der Ausstellung der Sachbücher muss man sich schon an genaue Regeln halten, das ist manchmal eine kleine Herausforderung.”

Rembold entdeckte ihre Faszination an Büchern bereits in frühester Kindheit, und diese hält bis heute ungebrochen an. “‘Das alte Haus’ von Wilhelm Matthießen war eines meiner ersten Lieblingsbücher und natürlich Pippi Langstrumpf. “Das ist das Schöne beim Lesen: Es handelt sich um die preiswerteste Art zu reisen, und alles findet individuell im eigenen Kopf statt”, sagt sie lächelnd, “besonders spannend sind hier natürlich auch literarische Zeitreisen, wie die Highlander-Saga von Diana Gabaldon.” Die filmische Adaption jedoch habe sie enttäuscht, bemerkt sie schmunzelnd, “es ist eben nicht so, wie man es sich selbst beim Lesen vorstellt.”

Vor allem im Sommer liest die Leiterin der Bücherei St. Sebastian bis zu fünf Bücher pro Woche in eigenen Garten. Besonders liegt ihr aber am Herzen, den Kindern den besonderen Wert des Lesens zu vermitteln. “‘Gregs Tagebuch’ von Jeff Kinney steht immer noch hoch im Kurs. Das ist etwas für Lesefaule, da es viele Comic-Bilder gibt, aber wenigstens wird gelesen”, erklärt Rembold schmunzelnd. “Wir besitzen heute auch eine große Comic-Abteilung. Hier stehen zum Beispiel Asterix und Tim und Struppi hoch im Kurs sowie neuerdings “Die drei ???” in Comic-Form, eben für Kinder, die nicht so viel Text mögen. Außerdem haben wir eine große Abteilung für Erstleser, alles ist didaktisch aufbereitet.” Natürlich enthält das Gesamtangebot ebenso Hörbücher und DVDs, und die Leser können sich auch E-Books ausleihen. „Wir sind mit den anderen Bibliotheken im Bistum zusammengeschlossen, und unsere Leser haben Zugriff auf das vollständige Angebot.

“Ich sehe unsere Bücherei generell als einen Ort der Begegnung und zwar ausdrücklich als überkonfessionelle Einrichtung. Und ich finde, es gibt nichts Wichtigeres für den Lebensweg eines Kindes als den Zugang zur Literatur. Das fängt schon beim frühen Vorlesen an. Vorlesen ist Nahrung für die Seele.” Deshalb gibt es in der Bücherei St. Sebastian  regelmäßig Vorlesestunden für die Kleinsten. “Kinder sind lebhaft und wissbegierig, sie hören gerne zu, und über das Vorlesen und Erzählen kann man prima ins Gespräch kommen.” So liest die ehemalige Lehrerin Maria Gutheim zum Beispiel den Kindern regelmäßig in der Bücherei vor und erzählt, unter Einsatz des Kamishibai, eines japanischen Erzähltheaters, Geschichten, während sie einen Holzrahmen mit wechselnden Bildern auf dem Schoß hält. “Dafür hat der Förderverein uns die Bücher und Sitzkissen für die Kinder spendiert. Die Rahmen haben wir selbst angeschafft. Der Einsatz hat sich gelohnt – die Kinder sind total begeistert! ” Ebenso stehen die neu angeschafften Mittel bei den Kindern hoch im Kurs, wie die Toniebox und TipToi-Create Stifte. Die dazu gehörigen neuen Tonies und TipToi-Bücher können von allen Nutzern der Bücherei kostenlos ausgeliehen werden. Von der Stadt Nettetal gibt es generell keine Unterstützung für Familien, die Bücherei finanziert sich insgesamt durch Bistumsmittel, die Pfarrgemeinde stellt die Räume

Weitere Informationen: www.buecherei-lobberich.de

Wissen kompakt

Historisches

Die Lobbericher Bücherei wurde als Borromäusverein 1853, ab Ende des 19. Jahrhunderts im „Küsterhaus“, gegenüber der Kirche, untergebracht. Seit dem Jahr 1996 ist sie in den neuen Räumen der „Brücke“ zu finden, dort wurde im Jahr 2018 frisch renoviert. Heute stellt die Bücherei St. Sebastian die „literarische Grundversorgung“ für Lobberich und Hinsbeck, Hauptzielgruppe sind junge Familien. Seit Januar 2018 leitet Walburga Rembold die Bücherei St. Sebastian, deren Träger die Katholische Kirchengemeinde St. Sebastian ist.

2018 in Zahlen

    • 142 Quadratmeter Büchereifläche
    • 26 ehrenamtliche Mitarbeiter (einschließlich Leitung)
    • sieben Stunden pro Woche geöffnet
    • 1273 aktive Nutzer
    • 10050 Medien
    • Zugang zu 7300 E-Medien
    • 787 Entleihungen insgesamt

Susanne Jansen

Ich stehe für zeitnahe Berichterstattung - regional stark, kompetent, informativ, mit Herz.

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