Menschen retten Menschenleben

– Hervorragende Organisation in der Corona Zeit –

Breyell (sj). „Die Corona Pandemie hat uns im Bereich Blutspenden ziemlich stark erwischt. Wir mussten umdisponieren, haben aber mit vereinten Kräften und Unterstützung alles prima hingekriegt“, resümiert Rainer Klingen, seit 40 Jahren ehrenamtlich beim Deutschen Roten Kreuz tätig. Für die Umsetzung der Corona Schutzmaßnahmen waren die üblichen Blutspendenlokale in Hinsbeck (Jugendheim), Lobberich (GGS) und Kaldenkirchen (Convent) zu klein. „Die Betten mussten bis zu zwei Meter auseinander stehen, und wir mussten ein Einbahnstraßensystem, mit separatem Eingang und Ausgang einrichten.“

Schutzmaßnahmen reibungslos umgesetzt

So fand im März die erste Blutspende in der Dreifachturnhalle Lobberich statt – mit 149 Spendern war der Zulauf erstaunlich groß. „Normalerweise sind es um die 100 Spender. Wir mussten die Leute allerdings fragen, ob sie in Heinsberg oder den Niederlanden gewesen waren. Da mussten wir 20 aussortieren, die es aber auch sehr sportlich genommen haben.“ Grundsätzlich alle Spender seien sehr vernünftig im Umgang mit den Maßnahmen gewesen. „Natürlich galten die Schutzmaßnahmen, wie zum Beispiel das Fiebermessen, auch für unsere Helfer.“ Auch in den übrigen Ortsteilen, wie zum Beispiel in der Kaldenkirchener Sporthalle auf der Ravensstraße, sei es sehr gesittet abgelaufen.

Die Alte Kirche als Unterkunft

„Im Frühsommer wurde es in der Lobbericher Turnhalle allerdings so warm, dass Anfang Juni sogar sieben Menschen kollabierten. Spontan hatten wir die Idee, eventuell in die Alte Kirche ausweichen zu können“, sagt Dieter Lehmann, seit 50 Jahren ehrenamtliches Mitglied im DRK Ortsverband Nettetal. Der Koordinator der Alten Kirche, Bastian Rütten, habe sofort zugesagt: „Kein Mensch kann etwas dagegen haben, wenn Menschen etwas Gutes tun, um Menschenleben zu retten. Immer wieder herzlich gerne.“ Gesagt, getan: Ende August wurde die Blutspendenaktion erstmals in der Alten Kirche durchgeführt, wo eine angenehme Raumtemperatur von 20,6 Grad herrschte.Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist IMG_20200826_125736-1-scaled.jpg

Blutspenden retten Leben

„Es gibt viele Gründe, Blut zu spenden“, sagt Rainer Klingen lächelnd, „ein halber Liter wird dabei abgezapft. Blut zu spenden, rettet nicht nur Leben, man kann auch selbst gesundheitlich davon profitieren. Wir haben einen Teilnehmer, der rund 200 Mal gespendet hat. Er wurde von seinem Arzt wegen Nasenblutens geschickt, das daraufhin verschwand. Die Erneuerung des Blutes tut gut.“ Außerdem wird das Blut medizinisch untersucht. Wenn etwas nicht in Ordnung ist, wird der Spender schriftlich informiert und gebeten, seinen Hausarzt aufzurufen. „Man tut etwas Gutes, und erhält außerdem einen kostenlosen Gesundheits-Check. Aber auch wir sind den Spendern sehr dankbar, denn sie machen diese erfolgreichen und hilfreichen Aktionen ja erst möglich! Für Menschen kann es lebenswichtig sein, nach Unfällen, oder je nach Erkrankung, mit Blut versorgt zu werden.

Vielfältige Unterstützung

„Vor der Coronazeit gab es während der Blutspende belegte Brötchen, aktuell verteilen wir Lunchpakete, unter anderem mit etwas Fruchtigem und Kohlehydrathaltigem und Twix, gesponsert von Mars in Dülken, als Dankeschön.“ In den Paketen befinden sich auch Pfefferbeißer, die von der Metzgerei Abbelen gesponsert werden. „Ich finde es gut, von hiesigen Unternehmen unterstützt zu werden, außerdem handelt es sich dabei um hochwertigere Produkte.“ 17.000 Twixriegel hat das Unternehmen Mars für das DRK Kreisverband Viersen, bis hin zum DRK Mönchengladbach und Kleve, heraus gegeben. „Bis Weihnachten bekommen wir nochmal 3.600 neue Produkte.“

Menschliche Überraschungen

„Was wir einkaufen, wird mit dem Verkauf von Blutkonserven finanziert, die wir zu diesem Zweck irgendwann den Krankenhäusern zur Verfügung stellen. Wir müssen mit den Einnahmen unsere Materialien finanzieren und natürlich auch unsere hauptamtlichen Mitarbeiter bezahlen. Aber es gibt auch immer wieder nette menschliche Überraschungen und in diesem Sinne weitere wichtige Unterstützung der besonderen Art. „In der Alten Kirche ist nur eine Toilette, die ausschließlich von unseren Mitarbeiter benutzt werden durfte. Wir haben mit ein paar Ehrenamtlern bei Monego ein Eis gegessen und gefragt, ob die Blutspender die dortige Toilette benutzen dürfen. Da haben wir die typische italienische Mentalität erlebt. Der Inhaber sagte: Wir helfen sehr gerne, in Italien herrschen ganz andere Zustände, und hier ist die Notfallversorgung einfach prima. Da sind wir froh, wenn wir auch noch etwas beitragen können!“, berichtet Dieter Lehmann dankbar.

Text und Foto: Medienagentur Niederrhein, Susanne Jansen

Susanne Jansen

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