Helle Lichter in dunkler Nacht

– Die Menschen hoffnungsvoll stimmen –

Von Susanne Jansen

Lobberich. Bereits während des ersten Lockdowns hielt das Team der Alten Kirche immer wieder, in Form von Videobotschaften, die Verbindung aufrecht – zwischen der “besonderen Kirche in Nettetal” und der Außenwelt. “Umso mehr ist es uns in diesen dunklen Novembertagen, und während des zweiten Lockdowns, eine Herzensangelegenheit, ein weiteres Lebenszeichen, in Form einer wunderbaren filmischen Botschaft zu senden”, erklärt Dr. Bastian Rütten, “dabei war und ist es uns natürlich auch wichtig, den Blick ebenso auf die Künstler zu richten”, beschreibt er die Produktion, für deren Umsetzung der Förderverein der Alten Kirche, der VVV und die Stadt Nettetal verantwortlich waren.

‘Lebens-Zeichen’ sei hier durchaus wörtlich zu verstehen. Gemeinsam mit Dietmar Sagel, der sowohl in der Alten Kirche als auch im Verkehrs- und Verschönerungsverein Lobberich aktiv ist, spann Rütten, so formuliert er selbst es, in den vergangenen Wochen ein wenig herum. “Denn so ist es leider tatsächlich: Es geht derzeit viel Leben und Lebendigkeit, aber auch Brauchtum verloren. Das nimmt man umso deutlicher wahr, wo nun alle Sankt Martins-Züge ausfallen. In erster Linie tut das sicher den Kindern weh”, bedauert Rütten. “Aber, wenn etwas Liebgewonnenes, das uns auch Vorfreude beschert und Halt gibt, weg ist, bemerken wir Erwachsenen ebenso schnell die schmerzlich klaffende Lücke, die im wahrsten Sinne des Wortes ein Gefühl beängstigender Leere hinterlässt”, ergänzt Dietmar Sagel.

Zum Bedauern aller, das betrifft die Initiatoren genauso wie das Publikum, befindet sich das gesamte Programm der Kulturkirche seit März im Stillstand. Eben darum suchte das engagierte Duo, gemeinsam mit dem umtriebigen Arbeitskreis der Alten Kirche, Verbündete, um zumindest virtuell die Botschaft des Heiligen Martin lebendig zu halten. “So ist dieses ‘Lebens-Zeichen’ entstanden. Denn Legende und Botschaft leben trotzdem! Wir brauchen vielleicht nur in diesen Tagen ein unterstützendes Äquivalent fürs lebhafte Erinnern”, sinniert Josef Gartz, der gerade jetzt traditionell, hoch zu Ross, durch die Straßen Lobberichs flanieren würde. Und eben dabei würde er, nicht nur der glänzenden Kinderaugen, inmitten eines stimmungsvollen Lichtermeeres, gewahr werden. 

Ergo begeisterte sich Gartz flugs für die Videoidee, und Sven Megsner von dropics Nettetal sorgte, zusammen mit Thomas Leuf, für eine beeindruckende Mission in Bild und Ton. Zugleich entstanden wunderbar imposante Luftaufnahmen, via Drohne aus der Himmelsperspektive. “Auch der Ton ist natürlich sehr wichtig!”, stellte Sagel fest. Denn was wäre ein Martinszug ohne Musik? Und somit spannt die filmische Produktion einen großen Bogen: Vom visuellen St. Martins-Erlebnis bis zu den traditionellen musikalischen Weisen, feierlich intoniert vom Hansjörg Fink. “Der Nettetaler Posaunist ist normalerweise in dieser Zeit in der ganzen Welt musikalisch zu Gast ist. Er erklärte sich aber schnell bereit, bekannte Martinslieder für unsere Videoproduktion zum Besten zu geben”, sagt Rütten dankbar. “Ich habe sehr gerne mitgemacht”, bestätigt Fink lächelnd. “Vor allem weil der Ort der Alten Kirche immer auch für uns Kultur- und Kunstschaffende ein wunderbarer Raum war und ist!” Auch Leuf und Megsner waren mit vollem Herzen dabei und sind sich einig: “Uns hat der Videodreh viel Spaß gemacht, und den kann man derzeit umso mehr gebrauchen!” 

Das Video ist ab Dienstagabend, 10. November 2020, ab 17 Uhr, in den Sozialen Medien und auf der Seite www.altekirche.info abrufbar. “Licht spielt übrigens natürlich auch eine außergewöhnliche Rolle in der Martinstradition”, ergänzt Lukas Hauertz, der die Kirche für den Dreh von innen und außen wunderbar illuminierte. “Ziel unserer Aktion war es nicht, Wehmut zu verbreiten, auch wenn in dieser Zeit natürlich so ein unvermeidlicher Hauch mitschwingt, sondern allen Menschen Hoffnung zu geben”, schließt Rütten und zitiert zuversichtlich eine Zeile aus einem Martinslied: “Sankt Martin kommt im nächsten Jahr, zu uns nach Lobberich wieder!”

Weitere Informationen: www.altekirche.info und https://www.facebook.com/altekirche

Text: Medienagentur Niederrhein, Susanne Jansen

Archivbilder: Susanne Jansen 

Susanne Jansen

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