Im Protest den Dialog suchen

– Frauen erheben ihre Stimme –Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist DSC_6529-1-scaled.jpg

Lobberich (sj). Die Frauen des Arbeitskreises Alte Kirche halten derzeit symbolisch ein großes Stopp-Schild in die Höhe: Wer aktuell an der Alten Kirche vorbei geht, dessen Blick findet einen außergewöhnlichen Flyer am Hauptportal. Die Thesen Maria 2.0 fallen hier besonders ins Auge, welche sich an alle Menschen richten, die guten Willens seien. „Wir gucken sehr aufmerksam auf alles, was grundsätzlich im Bereich Kirche passiert und bewerten natürlich auch kritisch. Öffentlich bezeugen und den Dialog suchen, dass ist der Protest den Alte Kirche lebt, im Zusammenhang mit Dingen, die Menschen bewegen und die deshalb besonders wichtig sind“, erklärt Dietmar Sagel. 

„Seit vielen Jahrzehnten kümmern wir uns intensiv um Menschen. Deshalb heißt es in unserem Leitwort ja auch Gott-Mensch-Kultur. So ist zum Beispiel aus der Alten Kirche heraus die Gruppe Amnesty International Nettetal entstanden, die sich unter anderem für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzt. Das Thema Dritte Welt hat für uns immer eine essenzielle Rolle gespielt“, beschreibt der Erste Vorsitzende des Fördervereins Alte Kirche, das spiegle sich in Gottesdiensten mit Leitmotiv, Ausstellungen und Aktionen sowie durch freie politische Aktivitäten wider. „Frauen haben ebenfalls Zugang zu allen Ämtern. Sie sind diejenigen, die hauptsächlich in der Kirche arbeiten. Darum nutzen auch sie ihr Recht zur Teilhabe, unter anderem Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist DSC_6533-1-scaled.jpgdafür, ihre Stimme zu erheben, als Unterstützerinnen einer Kirche, die viel zu bieten hat.“ Und so beschlossen die Lobbericher Frauen, sich, im Sinne von Luthers Thesen, für die bundesweite Aktion Maria 2.0 einzusetzen.

„Wir gehen hier den nicht kirchlich definierten Synodalen Weg für eine strukturierte und zügige Gesprächsdebatte. Verkrustungen in der Amtskirche möchten wir so auflösen”, sagt Claudia Fehre (Vorstand Förderverein Alte Kirche). “In diesem Sinne haben sie mit ihren Thesen Maria 2.0 ihre berechtigte Kritik grandios auf den Punkt gebracht!“, lobt Sagel den engagierten Einsatz und ergänzt: „Es ist ihnen sehr wichtig, was passiert. Sie wollen Anteil daran haben, um das Ansehen der Kirche kritisch und konstruktiv unterstützen und deren vielfältige Angebote, wie zum Beispiel Soziales, Karitatives und Schulisches, am Leben zu erhalten. Gerade darum wollen unsere Frauen nicht hinnehmen, dass die Leute scharenweise aus der Kirche austreten. Denn wenn die Steuergelder wegbrechen, wird der Finanzboden für außerordentlich gute Maßnahmen zum Einsturz gebracht.”

Leider sind Messen, Aktionen, Debatten und Ausstellungen, mit Besuchern vor Ort, derzeit nicht möglich. “Aber es laufen ständig Planungen und Aktivitäten im Hintergrund“, betont Sagel, „wir geben kontinuierlich Lebenszeichen, unter anderem via Livestreams, und gehen weiterhin mit der Zeit.“ Der Flyer mit den Thesen Maria 2.0 sei auch ein konkreter Hinweis, dass die Kirche stets geöffnet ist. „Auch immer dann, wenn die Pforte verschlossen ist.“

Weitere Informationen und Kontakt: www.altekirche.info und foerderverein@altekirche.info.

Medienagentur Niederrhein, Susanne Jansen

Fotos: Claudia Fehre und Susanne Jansen

Wissen kompakt

Maria 2.0, auch Kirchenstreik genannt, ist eine von Frauen in der Römisch-Katholischen Kirche in Deutschland ausgehende Initiative. Sie initiierte unter anderem eine Aktionswoche vom 11. bis zum 18. Mai 2019. In Süddeutschland wurde die Initiative teils am 13. oder erst am 19. Mai aufgegriffen und bis zum 26. Mai fortgeführt. Der Name der Initiative wird damit begründet, dass „Maria 1.0“ für Maria als Idealbild der schweigenden und dienenden Frau stehe. „2.0 heißt Neuanfang: Alles auf null stellen. Wir sind nicht mehr so!“ – wie Barbara Stratmann, eine der Initiatorinnen, formulierte.

(Wikipedia)

Susanne Jansen

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