nette talk: „Heimat shoppen und Handwerk…

… in Zeiten der Pandemie“ –

Von Susanne Jansen

Nettetal. Zum vierten Mal lud Silvia Schmidt via Livestream zu ihrem spannenden nette talk mit Lokalkolorit ein. Gemeinsam mit drei illustren Nettetaler Gästen diskutierte sie im Kaldenkirchener Herrenmodenladen Schouren facettenreich über die derzeitige Coronasituation und das Thema Heimatshoppen.

„Am 22. März 2020 begann der erste Lockdown. Es konnte vor einem Jahr niemand ahnen, in welcher Situation sich die Gesellschaft heute befindet. Wie geht es Handel und Handwerk, als sehr treibenden Wirtschaftsfaktoren während der Pandemie, wohlwissend, dass es auch noch viele andere Bereiche gibt?“ eröffnete die sympathische Lobbericherin die Talkrunde.

Ursula Funken erfüllte sich ihrem Feinkostladen „talwürze“ im Alten Rathaus einen Traum. „Meinen Businessplan hatte ich bereits vor Corona. Ich habe trotz der schwierigen Zeit all meinen Mut zusammen genommen, meinen Plan umzusetzen. Sobald dies möglich ist, werde ich eine Kochschule für kleine Gruppen einrichten. Darauf freue ich mich schon sehr“, erzählt die ausgebildete Ökotrophologin.

Astrid Stelzer betreibt den Laden „Herrenmoden Schouren“ in Kaldenkirchen. Sie berichtet: „Wir sind seit Beginn der Krise die ganze Zeit präsent. Mein ganzes Herzblut steckt in meiner Arbeit, stationärer Handel macht Mode einfach erst erlebbar.“ Durch „click and collect“ (Online bestellen und persönlich abholen) sowie „click and meet“ (Einkauf nach Terminvereinbarung) hält sie den Kontakt zu Kunden. Die Herren haben im Moment mehr Platz, um sich in Ruhe umzusehen, lautet ihr Resümee. „Die Krise verändert so auch etwas, Einkaufen wird neu erlebt.“

Frank Nickus, Fachhandwerker für Sanitär, Heizung und Klima sagt: „Als die Pandemie startete, brach unser Alltagsgeschäft ein. Jetzt läuft es wieder sehr gut. Die Menschen konzentrieren sich mehr auf die häusliche Situation und aufs Renovieren.“ Alles laufe natürlich Corona konform mit Maske und Abstand. „Es fällt aber auf, dass sich die Menschen über diese Form des sozialen Kontakts derzeit noch mehr freuen. Sie plaudern sehr gerne.” Andere Dienstleister hingegen treffe es sehr schlimm. “Da läuft einem schon mal ein Schauer über den Rücken. Er selbst und seine Mitarbeiter seien froh und dankbar, sich in einer komfortablen Situation zu befinden.“ Wieder andere hingegen werden trotz hervorragender Konzepte blockiert, wie die Gastronomen. Hier gebe es verständlicherweise viel Frust, und auch körpernahe Dienstleister haben es derzeit natürlich auch nicht leicht, so Nickus. Schmidt bedauert: “Es wird viele geben, die es nicht schaffen. Und viele weitere hängen gewerblich mit dran, das ist nicht zu unterschätzen.”

Einhellige Ratlosigkeit herrscht angesichts eingeschränkter Testmöglichkeiten. “Es wird in Apotheken getestet und auch im Seerosensaal. In Kaldenkirchen gab es lange gar keine Testmöglichkeiten. Hier muss die Verwaltung in ganz Nettetal ran, damit sich Menschen flexibel für den Einkauf testen lassen können. Es stehen doch genug Gebäude leer. “

Natürlich gibt es auch Grund zum Optimismus. “Wir als Nettetaler tragen die Verantwortung, müssen zusammen halten, uns gemeinschaftlich zu unterstützen, was den Handel betrifft.“ Die Moderatorin ist überzeugt: “Man kann sich nicht vor der Digitalisierung nicht verschließen. Aber vieles sei eben nur im Heimatshoppen möglich, wie das persönliche Kauferlebnis.“ Funken appelliert: “Ich wünsche jedem den Mut weiter zu machen. Eigentlich sind wir nicht Einzelhändler, sondern gemeinsame Händler. Wir müssen weiterhin sprechen und Ideen austauschen. Niemand ist allein.”

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An Talkrunden Interessierte erhalten über die Rufnummer 01525/7819200 und via E-Mail silvia.schmidt@headreset.de Kontakt. 

Susanne Jansen

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