Durch Berührung be-greifen

– Fantastische Aktion mit viel Herz – 

Von Susanne Jansen

Kaldenkirchen. Kerstin Ringendahl-Breier weiß: „Demenz hat viele Gesichter, betroffene Menschen zu pflegen und zu betreuen, ist deshalb immer wieder eine besondere Herausforderung.“ Deshalb hatte die Leiterin des Sozialen Dienstes im Dülkener Theresienheim eine fantastische Idee: Sie bietet den an Demenz Erkrankten sowie erblindeten Bewohnern eine therapeutische Nesteldecke an. “Das ist keine Decke wie jede andere, bei genauerer Betrachtung erscheint jede für sich fast wie ein kleines Kunstwerk! Durch ihre flexiblen Oberflächen, aufgrund variierender Stoffarten, wird beim Anfassen und Fühlen die Wahrnehmung der Bewohner angesprochen“, erklärt Ringendahl-Breier lächelnd.

„An Demenz Erkrankte wischen über Tische, fassen Gegenstände an, sie nesteln an ihrer Kleidung und Tischdecken.“ Das Ertasten bringe ihnen Sicherheit und beschäftige sie. „Dieses Berühren der Materialien ist im wahrsten Sinne des Wortes, ähnlich wie bei kleinen Kindern, nicht nur ein Greifen, sondern ein Begreifen. So motiviert das abwechslungsreiche Ertasten zum weiteren ‘Nesteln’“, trainiert den Tastsinn erzeugt visuell ein Bild im Kopf“, erläutert die Leiterin des Sozialen Dienstes.

Wir haben Stoffreste, Gardinenringe, alte Schmuckstücke, kleine Stofftiere, Gürtelschnallen Bänder, Perlen und  Knöpfe in allen Größen und Farben und noch viel mehr gesammelt.“ Nach einiger Vorbereitungszeit verteilte Ringendahl-Breier das Paket mit fertig zugeschnittenen Quadraten, sowie den aufzunähenden Materialien, an die fleißigen Näherinnen. „Und ich finde, die Resultate können sich sehen lassen. Jedes für sich ist ein Unikat!“, schwärmt sie strahlend. Für sie sei so aus einer persönlichen Herzensangelegenheit eine besondere Aktion erwachsen, von der sehr viele Menschen profitieren können. “Ich bedanke mich sehr herzlich bei all den vielen Helfern und Unterstützern unterschiedlicher Art.“

Was weiterhin dringend benötigt wird, ist Füllmaterial für die Decken, das zusätzlich für variierende Tasterlebnisse in den einzelnen Quadraten der Decken sorgt. „Hier können auch schon kleine Spenden helfen, damit wir das Füllmaterial zusätzlich kaufen können“, erläutert Deutges und sagt lächelnd: „Mit jeder einzelnen, fertig gestellten Decke können wir einem weiteren, an Demenz Erkrankten in der sinnlichen Wahrnehmung sinnlich unterstützen.“

Weitere Informationen und Kontakt sind via E-Mail erhältlich: kerstin.1970@online.de und elvira.deutges@arcor.de.

Text und Foto: Medienagentur Niederrhein, Susanne Jansen

Susanne Jansen

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