Multifunktional für variablen Einsatz

– Grundstein für Cradle to Cradle-Projekt gelegt –

Von Susanne Jansen

Breyell. Auf der Biether Straße geht es mit großen Schritten voran: Der Grundstein für das neue Multifunktionsbad, nach dem Cradle to Cradle-Prinzip (c2c), wurde im Juni gelegt.  Um Materialdiebstahl vorzubeugen, wird die Baustelle, auf dem ein 1.350 Quadratmeter großes Gebäude entsteht, nachts überwacht. Zum offiziellen Spatenstich trafen sich Bürgermeister Christian Küsters, Dr. Michael Rauterkus, Leiter des Nettebetriebs, Siegfried Rupprecht, Technischer Leiter des NetteBetriebes, Architekt Heinrich Blass, Bauleiter Stefan Beckert sowie Sascha Ahlreip vom NetteBetrieb Immobilienmanagement.

Für das Architekturbüro ist es das erste Projekt nach c2c-Kriterien. Die Fassade wird mit gebrauchten Steinen verklinkert, die Dachkonstruktion wird aus Holz bestehen, das Flachdach begrünt sein. Niederschläge fließen so langsamer ab und landen in einem Rückhaltebecken. Als Schwimmbad ohne besonderen Schnickschnack bezeichnete es der auf Schwimmbäder spezialisierte  Architekt Heinrich Blass. Es sei das erste Bad im weitläufigen Umkreis, das nachhaltig gebaut werde. „Ich bin froh, dass ich die Grundsteinlegung noch mitbekomme“, stellte Michael Rauterkus fest, der noch bis zum 30. Juni Erster Beigeordneter der Stadt Nettetal war. Seit dem 1. Juli ist er Beigeordneter für Wirtschaft, Digitalisierung, Personal und Organisation bei der Stadt Düsseldorf.  

Das Schwimmbecken wird aus voll recyclebarem Edelstahl bestehen, in einer Größe von zehn mal 16 Metern. Es werden vier Bahnen mit dazugehörigen Startsockeln eingerichtet. Durch den Hubboden ist eine stufenlos einstellbare Wassertiefe möglich, die das Becken für unterschiedliche Anforderungen wie für das Babyschwimmen 1,10 Meter und  für die Seniorengymnastik 1,35 Meter oder auch Kopfsprünge bedient. Das Wasser soll sich zwischen Temperaturen von 28 bis 32 Grad bewegen, je nach Zielgruppe.  Durch eine automatische Legionellen-Prophylaxe werden nachts alle Leitungen mit 70 Grad heißem Wasser durchspült werden. Die Kosten für das gesamte Projekt belaufen sich auf rund 5 Millionen Euro.

„Vermutlich wird das Breyeller Bad ein Wegbereiter für weitere überregionale Kommunen sein, die sich wegen der Klimakrise intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit befassen“, vermutet Blass. Der Zeitplan von Architekt und Bauleiter Stefan Becker ist sehr straff. In nicht viel mehr als zwölf Monaten soll der komplette Bau fertiggestellt sein. Das Kellergeschoss ist bereits gegossen, der Rohbau soll vor dem ersten Frost fertig gestellt sein.  Richtfest, mit folgendem Innenausbau, ist für November anberaumt. Die Eröffnung ist zum Ende der Sommerferien geplant.

Text und Fotos: Medienagentur Niederrhein, Susanne Jansen

Susanne Jansen

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