Rettungskette in Nettetal

– Fluchtursachen erfolgreich bekämpfen –

Von Susanne Jansen

Nettetal/Lobberich. Der Integrationsrat, als politisches Gremium der Interessenvertretung aller Bürger mit internationaler Familiengeschichte in Nettetal, hatte zu der Aktion „Rettungskette“ eingeladen.

Als Teilnehmer des „Rettungsrings“ traten auch Bürgermeister Christian Küsters sowie Fraktionsvertreter des Stadtrates ein, um einander im Kreis die Hand zu reichen. Nimet Said und Andreas Zorn brachten ihre Freude über die Aktion auf dem Alten Markt in Lobberich zum Ausdruck. Die Vorsitzende und der Stellvertretende Vorsitzende des Integrationsrates erläuterten einhellig die Botschaft der Aktion.

„286 Organisationen beteiligen sich insgesamt an dem heutigen >Rettungsring< wie unserem in Lobberich. Wir machen so auf die Botschaft des Vereins >Rettungskette für Menschenrechte< aufmerksam“, sagt Zorn. Seit 2014 seien, nach dem aktuellen Stand vom 1. August dieses Jahres, laut „Hochkommissar der Vereinten Nationen“ für Flüchtlinge (UNHCR), 21.500 Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer ertrunken. „Das ist ungefähr die Hälfte der Bevölkerung von Nettetal!“, verdeutlicht Zorn den traurigen Umfang. Davon seien mehr als 850 allein in der ersten Jahreshälfte 2021 ertrunken. „Eine Woche vor der Bundestagswahl, wollen wir mit unserem Rettungsring in Nettetal die Rettungskette für Menschenrechte, die von der Nordsee bis zum Mittelmeer reicht, unterstützen. Wir wollen das Sterben auf den Fluchtrouten wieder in das öffentliche Bewusstsein rücken“, erklärt Said.

271 Organisationen aus Deutschland, Österreich und Italien hatten sich für die “Rettungskette für Menschenrechte” angemeldet. 15 „Rettungsringe“ unterstützten außerdem die Menschenkette von der Nordsee bis zum Mittelmeer in Städten, die nicht direkt an der Route liegen. Der Verein Rettungskette für Menschenrechte e.V., mit Sitz in Freiburg, setzt sich gemeinsam mit zahlreichen Partnerorganisationen für die Einrichtung sicherer Fluchtwege ein. So sollen vor allem die Fluchtursachen erfolgreich bekämpft werden. „Menschen in Lebensgefahr müssen gerettet, nicht auf der Flucht bekämpft werden.“ Die Mitglieder der Gruppe fordern ein Ende der Kriminalisierung der zivilen Seenot-Rettung. „Die EU-Mitgliedsstaaten müssen sich auf ein europäisches Seenot-Rettungsprogramm verständigen und dies auch durchsetzen.“

Weitere Informationen und Hintergründe: www.rettungskette.eu

Text Medienagentur Niederrhein, Susanne Jansen

Fotos: Andreas Zorn

Susanne Jansen

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