Das Seniorenalter frei gestalten


– Niederschwellige Angebote zur Vereinfachung

Von Susanne Jansen

Kaldenkirchen. „Unsere Besucher sind zwischen 70 und 90 Jahre alt. Zielrichtung ist es, Dinge im Seniorenalter simpler zu gestalten“, sagt Eva Flath. Dabei werden viele der anfallenden Aufgaben ehrenamtlich bewältigt. Die Leiterin des Generationen Treff Kaldenkirchen hatte an ihrem 50. Geburtstag die Zulassung für das Studium Bildung- und Medien eEducation an der Fernuniversität Hagen bekommen. Vorrangig habe sie sich damals auf Themen in ihrer Tätigkeit als freie EDV Trainerin an einer Volkshochschule konzentriert. „Ich merkte dann, dass ich die ganze Zeit nur über mich selber schreibe, was den Weg ins Alter betrifft“, erinnert sie sich lächelnd.

Seit zehn Jahren befindet sich nun die Kaldenkirchener Einrichtung in ihrer Verantwortung und ist heute Digital-Kompass-Standort – ein Treffpunkt mit kostenfreien Angeboten für Senioren. „Wir haben in unserem Treff ein paar smarte Elemente eingebaut, um den Alltag zu erleichtern“, erzählt Flath lächelnd. „Dazu gehören steuerbare Lampen in unterschiedlichen Räumen genauso wie die zu programmierende Kaffeemaschine.“ Je früher man den Umgang mit den Medien lerne, was sowohl Vorteile als auch Nachteile betreffe, desto länger könne auch der Mensch ein selbstbestimmtes Leben führen, erklärt ihr Mann Peter Flath, ehrenamtlicher Helfer im Generationen Treff. „Auch das ermöglicht eine Form von Barrierefreiheit im eigenen zu Hause.“

Im Konzept aller Nettetaler Generationen Treffs stehe ganz oben auf der Liste, die Selbstständigkeit der Senioren zu unterstützen oder wieder verstärkt herzustellen. „Jeder soll bei uns auch kleine Aufgaben, den eigenen Möglichkeiten entsprechend, übernehmen, wie zum Beispiel Kaffee kochen. Jede Anforderung, die man noch selbst erfüllen kann, trainiert nicht nur, sondern ist natürlich auch wichtig für das Selbstwertgefühl.“ Ebenso leiste das reichhaltige, so genannte Tablet-Frühstück, als niederschwelliges Angebot, Hilfe, „hier können gezielt Fragen zu digitalen Themen gestellt und beantwortet werden.“

Selbstverständlich sollen die digitalen Angebote aber auch jüngere aktive Senioren ansprechen. „Die folgenden Generationen suchen sich heute gezielt aus, was sie im Einzelnen interessiert. Viele nehmen unter anderem an meinem Gedächtnistraining teil.“ Ihr liege es jedoch ebenso am Herzen, den geselligen Spielbetrieb wieder verstärkt in Gang zu bringen. „Wir überlegen, wie wir die Angebote wieder mehr bewerben. Wir haben zum Beispiel ein Duo, das gerne Skat spielen möchte. Aber es fehlt der dritte Mann.“

Am Digitaltag wurde es dann auch in diesem Jahr, unter dem Motto „Fahrradtour mit leichtem Gepäck – mit dem Smartphone unterwegs“ wieder besonders spannend. Hier stellten die Techniklotsen des Generationen Treff in Kurz-Workshops ihre Lieblings-Apps für unterwegs vor. „Für Unterhaltung und Spaß sorgte wieder unsere digitale Schnitzeljagd, das Add-On Actionbound“, berichtet Peter Flath strahlend. „Das ist eine tolle Möglichkeit, um die vielen Möglichkeiten des Handys zu nutzen und Kaldenkirchen immer noch neu zu entdecken.“

Weitere Informationen: http://www.gt-kaldenkirchen.de/

Text: Medienagentur Niederrhein, Susanne Jansen

Titelbild

Mit Herz und Hirn: Eva Flath liebt ihre Arbeit als Leiterin des DRK-Generationentreff. Foto: Susanne Jansen

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