Kino in romantischer Idylle


– Herausragendes Engagement für die Heimat gewürdigt –  

Lobberich. Ursprünglich war für den vergangenen Samstag die Verleihung des Nettetaler Heimatpreises im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus geplant. Jedoch fiel auch diese der aktuellen Corona-Situation zum Opfer. Um den Preisträgern dennoch zu gratulieren, besuchte Bürgermeister Christian Küsters die Gewinner persönlich und machte sich dabei ein genaues Bild von den durch eine ausgewählte und unabhängige Jury prämierten Aktionen.

Platz Rokal-Museum (von links): Ralf Schmeink (Rokalfreunde Lobberich), Richard Nolde (Rokalfreunde Lobberich, Rokalmuseum) und Christian Küsters.

Auf dem dritten Platz des diesjährigen Heimatpreises landet das Rokal-Museum in Lobberich. Auf 50 Quadratmetern und in 19 Vitrinen werden hier über 1.500 Exponate zur Geschichte der Rokal GmbH, die von 1927 bis 1974 in Lobberich ansässig war, gezeigt. Präsentiert wird dabei vor allem die Produktsparte der Modelleisenbahnen, aber auch in Lobberich hergestellte Vergaser, Schalldämpfer oder Badezimmerarmaturen.

Seit November 2021 öffnet das Museum jeden zweiten Sonntag im Monat, von 11 bis 14 Uhr, sowie nach vorheriger Anmeldung. Initiiert wurde das Museum durch Richard Nolde und die Rokal-Freunde Lobberich. Sie freuten sich über den dritten Platz und einen Scheck in Höhe von 1.000 Euro. Das Preisgeld wird unter anderem in die Beleuchtung der Vitrinen investiert. (www.rokalmuseum.de)

2. Platz Verein Nettetaler Spätlese (von links): Alfred Arts (Schriftführer), Manfred Meis (Vorsitzender) Marlies Smeets (Schatzmeisterin), ), Christian Küsters, Kai Hornig (2. Vorsitzender).

Den zweiten Platz des Heimatpreises sicherte sich in diesem Jahr die Zeitschrift „Nettetaler Spätlese“ und der gleichnamige Verein, der im November 2000 gegründet worden war. Bereits im Juni erschien die Erstausgabe der Spätlese, mittlerweile folgten 85 weitere Ausgaben. Die „Spätlese“ informiert über Nettetaler Veranstaltungen, die die ältere Generation interessieren, über Entwicklungen im Gesundheitswesen auf lokaler Eben oder erinnert an Ereignisse aus der jüngeren Vergangenheit der Nettetaler Vorgängergemeinden (oft in Verbindung mit den Geschichts- und Heimatvereinen). Die Spätlese erscheint vier Mal jährlich, in einer Auflage von 5.000 Exemplaren, und wird an 80 Stellen im gesamten Stadtgebiet ausgelegt. Über einen Scheck in Höhe von 1.500 Euro freute sich der Verein, der keine Mitgliedsbeiträge erhebt und nahezu vollständig ehrenamtlich agiert.

Sieger des Heimatpreises 2021 ist das Sommerkino am De Wittsee, initiiert von Gerd Wagner aus Kaldenkirchen und Jan Venten aus Leutherheide. Innerhalb von nur etwa zehn Wochen organisierten sie mit der Unterstützung von Karl Kummer, Betreiber des Restaurants am De Wittsee, und weiteren Helfern an sechs Abenden Kinofflair in einer wunderbaren Umgebung.

1. Platz Sommerkino am De Wittsee (von links): Jan Venten, Christian Küsters, Karl Kummer, Gerd Wagner.

Insgesamt nahmen rund 600 Menschen am Sommerkino teil, die Resonanz zu diesen Veranstaltungen war dabei durchweg positiv. Gründe genug, für Gerd Wagner, Jan Venten und Karl Kummer, auch für das kommende Jahr wieder ein Sommerkino am De Wittsee zu planen. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro soll verwendet werden, um den Besuchern noch mehr Komfort zu bieten, beispielsweise durch die Anschaffung eines Sonnensegels, das auch bei regnerischem Wetter Schutz vor Nässe bietet.

Küsters lobte das Engagement aller Preisträger: „Es macht einfach große Freude zu sehen, wie sich die Menschen auf vielfältige Art und Weise für unsere Heimatstadt einsetzen. Mit dem Heimatpreis wollen wir dieses Engagement öffentlich würdigen. Gleichzeitig gilt aber auch allen weiteren Bewerbern ein herzliches Dankeschön für ihren Einsatz. Auch wenn es in diesem Jahr nicht zu einem Platz auf dem Siegertreppchen gereicht hat, wissen wir, wie wertvoll ihr Einsatz ist.“

Wissen kompakt

Hintergrund: Mit dem Heimatpreis wird für innovative Heimatprojekte ein Preis ausgelobt, der die konkrete Arbeit belohnen und zugleich nachahmenswerte Praxisbeispiele liefern soll. Die Auszeichnung versteht sich als Wertschätzung der (überwiegend) ehrenamtlich Engagierten und soll dieses herausragende Engagement durch Preisverleihung in den Fokus der Öffentlichkeit rücken. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen stellt dafür jährlich Preisgelder in Höhe von 5.000 Euro zur Verfügung. Der Heimatpreis der Stadt Nettetal soll dabei die Identität und das Heimatbewusstsein der Region fördern, das Zusammenleben in der Stadt aktiver machen und den Zusammenhalt in der Stadt, auch stadtteilübergreifend, stärken. Zudem sollen lokale und regionale Besonderheiten herausgestellt, Anreize, die Region zu entdecken oder zu erleben geschaffen und zum ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagement motiviert werden.

(red), Fotos: Stadt Nettetal

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